(Donnas Schreibprojekt) Sichtweisen eines……

Perfekt, alles lief wie am Schnürchen……..(oder besser gesagt am Fädchen)
Ein Morgen wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann, herrlicher Sonnenschein,
blauer Himmel und angenehme Temperaturen.
Sollte dies einem wie mir doch egal sein , wird mancher denken, jedoch muss ich
dir zu deiner Überraschung sagen, auch ich mag diese Annehmlichkeiten.
Heute…… heute… schoss es durch meine Sinne, wird mein Tag sein und ich werde mich von meiner besten und schönsten Seite zeigen.
Mein Herz schlug zum zerbersten laut als sie auf mich zukam, ihre Schönheit und Zartheit erfüllte den ganzen Raum.
Ich wusste  schon, dass ich sie heute begleiten durfte, den ganzen Tag von früh bis spät. Eingehüllt vom zarten Duft ihres Parfüms trennte mich der Kontakt zu der samtweichen Haut nur ein von zarten Spitzen bedecktes feines Etwas.
Mit Stolz erfüllte ich meine Aufgabe, verhüllte mit zuverlässiger Haltbarkeit was für fremde Blicke verborgen sein sollte und meine Farbe strahlte in vollkommener Perfektion.
Als einer von ihnen fühlte ich mich nicht, da ich davon überzeugt war, dass meine Form und Farbe sich von denen der anderen abhob …kräftiger und schöner erschien und ich die Position belegen durfte, die mir allein zustand.
Wir verließen das Haus, bestiegen die nächste Straßenbahn und fuhren ein Stück weit ins Zentrum der Stadt. Dicht gedrängt standen die Menschen in der überfüllten Straßenbahn beieinander und voller Stolz präsentierte ich meine Anwesenheit .  An der Haltestelle bückt sie sich um ihre Aktentasche aufzunehmen, die sie vor sich abgestellt hatte. Das Unheil nahm seinen Lauf…..
Ich fühlte plötzlich jemanden an mir zerren und reißen und bemerkte, dass ich mich plötzlich in den Klauen der Rückenlehne des Sitzes befand, der unmittelbar vor uns angebracht war. Als sie sich mit der Aktentasche, die sie aufgenommen hatte, wieder aufrichtete passierte es, ich rief noch mit unhörbarer Stimme…Halt!!!! aber zu spät.
Mit einem kräftigen Ruck wurde ich von meinem Platz gerissen, von der Aufwärtsbewegung ihrerseits war es der Rückenlehne nun auch nicht mehr möglich, mich in ihren Klauen eingeklemmt festzuhalten und mit Schwung flog ich ein großes Stück durch die Luft, schlug einen doppelten Salto und kam zu Füßen eines vornehmen Herrn zum liegen.
Meine Blicke suchten nach ihr…oh weeeeh, ich sah wie sie eilig eine Sicherheitsnadel aus ihrer Tasche kramte und diese schimpfend und aufgeregt an dem leeren Platz der ihre Bluse nun weit auseinander klaffen ließ, anbrachte.
Am liebsten , wollte ich im Erdboden versinken, doch nicht einmal das blieb mir vergönnt, da ich mich ja auf dem Boden einer Straßenbahn befand.  Sie…meine überaus geliebte und verehrte Besitzerin tauschte mich einfach gegen eine primitive, gewöhnliche, aus der unteren Schicht stammende  Sicherheitsnadel aus. Und das auch noch so gekonnt, dass man es fast nicht bemerkte, das ICH an diesem Platz fehlte!
Und jetzt stieg sie auch noch eilig an der Haltestation aus , ohne mich, und ohne sich noch einmal nach mir umzudrehen, ich wollte sterben.
Plötzlich packte mich eine gepflegte Männerhand, betrachtete mich von allen Seiten und bewegte sich ebenfalls Richtung Ausgangstür. Was fällt ihm ein, brüskierte ich mich …Hilfe ich will zu Ihr..

Zwei Jahre später
Perfekt, alles lief wie am Schnürchen……..(oder besser gesagt am Fädchen)
Ein Morgen wie man ihn sich nicht schöner vorstellen konnte, herrlicher Sonnenschein,
blauer Himmel und angenehme Temperaturen.
Sollte dies einem wie mir doch egal sein , wird mancher denken, jedoch muss ich
dir zu deiner Überraschung sagen, auch ich mag diese Annehmlichkeiten.
Heute…… heute… schoss es durch meine Sinne, wird mein Tag sein und ich werde mich von meiner besten und schönsten Seite zeigen.
Als sie mich aus dem Kästchen holte, schlug mein perlmuttfarbenes Herz wie verrückt und sie, sie ist schöner und märchenhafter wie niemals zu vor.
Mittlerweile belegte ich eine Position wie es eine bessere nicht sein konnte, ich durfte ihre Haut berühren und voller Stolz meine Schönheit präsentieren.
Die Türe öffnete sich und ein gepflegter Mann betrat den Raum .  Kann ich dir helfen Liebling? hörte ich ihn sagen.
Willst du das Kettchen heute wirklich anlegen? fragte er ungläubig. „Aber ja„“„„..ertönte ihre liebliche Stimme. „ohne ihn hätten wir uns doch niemals gefunden“ sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, legte das Kettchen um ihren schlanken Hals an dem ich als Anhänger nun verweilen durfte um sie ganz oft begleiten zu können.
Obwohl ich doch von einer gewissen Eifersucht erfüllt war duldete ich,  dass er den Verschluss des Kettchens  zumachte, sie bei der Hand nahm und auf dem Weg zum Traualtar immerzu
verliebt anlächelte……

mein Beitrag zu Donnas Schreibprojekt März 2010

An alle Schreibwütigen!

Ich lade euch herzlich ein zu dem Kurzprosa-Schreibprojekt “Ein Start – viele Storys”, das folgendermaßen läuft:

1. Der vorgegebene Anfangssatz lautet:

Ein Lächeln, zart wie die ersten Sonnenstrahlen des herannahenden Frühjahres…


Ich bin dieser Einladung gefolgt und hier ist er nun

mein Beitrag……..


Ein Lächeln für die Ewigkeit

Ein Lächeln, zart wie die ersten Sonnenstrahlen des herannahenden Frühjahres,
durchflutete den Raum als sie die Tür öffnete.
Dieses Lächeln von ihr liebte er mehr als alles andere auf der Welt.
Sie trat in den abgedunkelten Raum und konnte zunächst nur schemenhaft erkennen, was sich im Raum befand.
Das war für sie jedoch kein Problem, denn unzählige Male betrat sie schon diesen Raum, der eigentlich freundlich und hell gehalten war, mit farbenfrohen Gardinen und Einrichtungsgegenständen.

Nur..diesesmal schlug ihr kein fröhliches „Hallo“ entgegen und als ihre Augen sich an die abgedunkelte Atmosphäre gewöhnt hatten, erkannte sie, dass irgendetwas nicht stimmte.
Nichts Gutes ahnend eilte sie zu dem Bett, das am Fenster stand, sofort blieb ihr Blick an dem Beatmungsgerät neben dem Nachttisch hängen. Gleichmäßig und monoton pumpte es Sauerstoff in seinen Körper.
Eilig lief sie hinaus über den Flur zum Zimmer der Stationsschwester des Hospizes. Sie riss die Türe auf und der besorgte Blick der Stationsleiterin ließ sie einen Moment erstarren.
„Wir haben die ganze Zeit versucht, sie zu erreichen“, sagte die Schwester schließlich  und nahm tröstend ihre Hand.

Sie hörte die Worte wie durch einen Schleier und für einen Moment schien sich der Boden unter ihren Füßen aufzulösen.
Nun war es also so weit. Nach wochenlangem Hoffen sollte alles vergeblich gewesen sein?
Es war ihr bewusst, was es hieß, austherapiert zu sein und auch, dass die Verweildauer im Hospiz nicht länger als sechs bis acht Wochen dauerte… Verdammt, sie wusste das alles und doch klammerte sie sich an seine positive Einstellung wie an einen Strohhalm, niemals hatte er geklagt, über Schmerzen gejammert,  sein Schicksal tapfer ertragen und ihr die Tränen immer und immer wieder fort gewischt.

Mit Schritten, die nie enden wollten, schleppte sie sich zurück ins Zimmer, das monotone Geräusch des Beatmungsgerätes schien jetzt noch viel lauter zu sein als zuvor, sie setzte sich an sein Bett und nahm seine Hand.

Ob er wohl fühlte, dass sie da war? Sie hatten ihm Medikamente gegeben, Morphium. Seine Lippen waren blau und seine Haut gelb…, der Krebs zeigte nun sein hässliches, abscheuliches Gesicht und sie hätte beinahe geschrien, „was hast du mit ihm getan du Monster!“
Aber die Tränen, die ihr übers Gesicht liefen, erstickten sie fast.

Sie wusste nicht, wie lange sie so gesessen hatte, ihre Wange an seiner, und man konnte nicht mehr unterscheiden, ob es ihre oder seine Tränen waren, die seine Wangen nass glänzend erscheinen ließen.
Und als er für einen kurzen Moment die Augen öffnete, glaubte sie, dass er sie erkannte. Sie küsste seine kaltschweißige Stirn und flüsterte verzweifelt, „ich liebe dich“, in sein Ohr.
Wieder schien er darauf zu reagieren, unruhig warf er den Kopf hin und her und verfiel danach wieder in diesen Dämmerzustand, der keinen Schmerz  aber auch keine Wahrnehmungen zuließ.
Als sie das letzte Mal das Zimmer verlassen hatte, rief sie ihm zu, „ich komme wieder, halte durch!“ und er versprach es.
Überhaupt hatte er bislang jedes Versprechen gehalten und immer dafür Sorge getragen, dass er es in irgendeiner Weise erfüllen konnte, wie auch jetzt.
Wenn er es nicht versprochen hätte, wäre er dann in der Nacht schon gegangen? hätte er nicht gewartet, bis sie wieder zurück war? Solche Gedanken drehten sich in ihrem Kopf.

„Wirst du mich abholen, wenn meine Zeit gekommen ist?“,  fragte sie ihn das letzte Mal. „Und werden wir dann frühstücken, wie wir es immer gerne getan haben? Und wird es dort auch Ciabatta Brötchen geben?“,  lautete einer der letzten Dialoge, als sie versuchte, sich selber Mut zu machen und weinend in seinen Armen lag.
Er küsste ihre Tränen weg und lachte, „…Ciabatta Brötchen?…auf jeden Fall gibt es die dort!“, meinte er scherzend
und, „auf jeden Fall machen wir das so, und wehe, der Bäcker dort oben hat keine!“, sagte er mit seinem verschmitzten Humor, den er niemals verloren hatte…

In diesem Moment, als sie versonnen den schönsten Erinnerungen nachging, öffnete er wieder seine Augen,
sie spürte den schwachen Druck seiner Hand.
Hey,…flüsterte sie ihm leise zu, er konnte nicht antworten, aber seine Augen drückten Erleichterung aus, als er sie ansah…
Sie war da, nahe bei ihm und sah ihn lächelnd an.

Und dieses Lächeln nahm er mit, als die Dunkelheit alle Not und alles Leid verschluckte –
ein Lächeln, zart wie die ersten Sonnenstrahlen des herannahenden Frühjahres…

Irgendwo im Sonnenland

Irgendwo im Sonnenland…

Die Welt trug noch einen leichten Nebelschleier,
aber man konnte schon das Licht der aufgehenden Sonne am weiten Horizont entdecken.
Motorenlärm auf den Straßen kündigte den Berufsverkehr an.
Auf dem Bahnhof in der unmittelbaren Nachbarschaft eilten Pendler von einem Gleis zum anderen,
ohne die Welt und das Geschehen um sie herum wirklich wahrzunehmen.
Wie könnten sie das auch? In der Hektik des Alltags –
Jeder kämpfte seinen persönlichen Kampf, um rechtzeitig an der Arbeitsstelle zu erscheinen.
Keine Zeit für Blicke nach rechts oder links und immer die Uhr im Nacken.

Laura seufzte tief bei diesen Bildern, nahm einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse,
während ihr Blick weiter hinunter auf die riesige Fläche der Stadt wanderte.
Hoch über den Dächern hatte sie die Möglichkeit,
den ganzen Tag am regenTreiben in der Stadt teilzunehmen
und am Abend, nachdem die Sonne schlafen gegangen war,
verzauberten die unzähligen Lichter ihre Sinne.

Tag für Tag, und Jahr um Jahr.

Manchmal sah sie sich noch stehen auf dieser wahnsinnig hohen Brücke.
Verschwommen schoben sich Bilder in ihr Bewusstsein. Schemenhaft erinnerte sie sich
an ihren verzweifelten Versuch ihn aufzuhalten von seinem eingeschlagenen Weg.
Die Bilder wurden deutlicher und sie blickte in Gedanken zurück.

Damals lebten sie am Stadtrand, behütet und frei von Sorgen und Unheil.
Er arbeitete in einer namhaften Bank, einem riesigen Konzern mitten in der Metropole.
Sie hatte in dem kleinen Reihenhaus eine Schreibwerkstatt und arbeitete für einen Verlag.
Der Wohlstand den sie hatten, ließ sie keinen Augenblick daran zweifeln,
daß dies alles auf den Fleiß und dem Engagement seinerseits zurückzuführen war.
Sie vertraute ihm blind und hinterfragte nichts,
denn es war schließlich seine Karriere, die ihr Leben so angenehm machte.
Bis zu dem Tag, an dem sie zufällig ein Telefongespräch mit anhörte,
nachdem sie früher als sonst vom Einkauf in der Stadt zurück gekommen war.

Es ging um Waffen und um hohe Summen Geld, sein Blick war angsterfüllt
und dicke Schweißperlen standen auf seiner Stirn.
Sie stellte ihn zur Rede, wollte die ganze Wahrheit wissen
und fiel aus allen Wolken als sie dieselbe von ihm erfuhr.
Es ging um Geldwäsche, um Waffenschieberei –  um schmutzige Geschäfte also.
Wie konnte er nur in solche Kreise geraten?

Sie hatte die ganze Nacht auf ihn eingeredet, geweint und verzweifelt versucht einen Weg zu finden,
heraus aus diesem Dilemma, das ihre ganze heile Welt
von einer Sekunde auf die andere erschüttert hatte.
Es gab keinen Ausweg. Er flehte sie an, noch einen Geldkoffer am nächsten Abend an einem vereinbarten Platz abzuliefern. .…
er selbst müsse für ein paar Tage untertauchen.
In der Bank hatte er sein Fernbleiben mit Kundenterminen im Ausland begründet.
Nach einer schlaflosen Nacht verließ er früh am Morgen mit gepackten Koffern das Haus.
Sein „bis bald“ klang unglaubwürdig und sie konnte kaum atmen. Es war, als würde ihr etwas die Luft abschnüren.
Blankes Entsetzen spiegelte sich in ihren Augen und sein Versprechen,
daß sie nach diesem Deal irgendwo in einem sonnigen Land für den Rest ihres Lebens ausgesorgt hätten,
konnte sie kaum beruhigen.

Aber sie tat es – seinetwillen, weil sie ihn liebte,
ihm vertraute und weil sie ihr Leben in seine Hände gelegt hatte, naiv und leichtgläubig.
Der Tag verging wie im Zeitraffer. Immer wieder fiel ihr der schwarze Aktenkoffer ins Auge,
der im geräumigen Hausflur unter der Garderobe stand. Sie sehnte den Moment herbei,
an dem sie sich dieses abscheulichen Dinges entledigen konnte.
Sie wusste nicht welchen Wert der Inhalt hatte. Sie wollte ihn nur loswerden, so schnell wie möglich.
Als sie in der hereinbrechenden Nacht den Motor ihres schicken Wagens startete, waren ihre Nerven zum zerreißen angespannt.
Sie steuerte auf den Parkplatz an der großen Brücke zu, die zum anderen Teil der Großstadt führte.
Der Fluss, der darunter hindurch führte, schien heute sehr unruhig dahinzuplätschern.
Es kam ihr vor, als stießen die Wellenseltsame Warnrufe aus.
Für einen Augenblick hielt sie inne, diesen Koffer in den Händen auf der dicht befahrenen Brücke.
Sie war nun angekommen an der Stelle, an der sich diese kleine Bucht befand.
Sie wartete einen Moment und stellte den Koffer, geschützt vor Blicken,
wie besprochen hinter dem Markierungsstein ab.
Sie war sich sicher, daß ihr niemand gefolgt war, in der Dunkelheit der Nacht.
Unter ihr hörte sie das Motorengeräusch einer Fähre, die die letzte Tour
des Tages bewältigte. Nur einen Augenblick wollte sie hinuntersehen, doch dann….
Sie konnte sich nicht daran erinnern, sie hatte nur das Gefühl zu fallen.
sehr tief zu fallen  – und dann war es dunkel.

Das Zufallen der Zimmertüre riss sie aus ihren Gedanken.
Die Pflegerin der privaten Einrichtung war hereingekommen um sie zur morgendlichen Physiotherapie abzuholen.
„Es ist doch schön hier, hoch über der Stadt, man kann immer alles perfekt überblicken“
meinte sie , als sie den Rollstuhl vom Panoramafenster schob.
Lauras Blick blieb an dem frischen Blumenstrauß mit der Grußkarte
von den Bahamas hängen…. irgendwo im Sonnenland….
Heute war ihr Geburtstag und er hatte ihn in all den Jahren nicht vergessen….

Die goldene Träne

Die goldene Träne

Die Nacht war hereingebrochen und löste den roten Schein der Abenddämmerung ab.
Das Zwielicht der untergegangenen Sonne und des gerade hinter einer dunklen Wolke hervorschauenden Mondes mutete fast gespenstisch an.

Uuuuh…..mit großen Augen blickte das kleine Sternchen um sich.
Es fürchtete sich ein wenig, denn es schien sich irgendwie verirrt zu haben.
Die vielen anderen Sterne am Himmel leuchteten längst nicht so hell
und man konnte sie jetzt zu Beginn der Nacht noch nicht richtig sehen.

” Heeee!” hörte es plötzlich eine tiefe Stimme hinter der dunklen Wolke rufen…
“dich kenne ich ja noch gar nicht!”
langsam schob sich der riesige Mond hinter der dicken dunklen Wolke hervor.
Dem Sternchen verschlug es fast die Sprache,
so groß und mächtig trat der Himmelsbote in Erscheinung.
Der Mond musste schallend lachen, als er das zitternde Sternchen sah.
” Keine Angst, ich sehe du gehörst nicht hierher in diese Galaxie,
du musst dich nicht fürchten, sicher hast du dich verirrt.”
versuchte der Mond beruhigend auf den kleinen strahlenden Kerl einzureden.”
Ich befürchte: ja,“ antwortete es schließlich
und bewegte sich langsam etwas näher zu dem Mond hin.

Dem Mond gefiel das, weil dieses kleine Sternchen so hell strahlte,
das fast sein Mondlicht dagegen verblasste.
Es fiel ihm auf, dass das kleine Sternchen etwas glitzerndes,
schimmerndes in seinem geschlossenen Fäustchen hielt.
“Jetzt bin ich aber neugierig” brummte der Mond,
” was hältst du denn da so behutsam fest in deiner Hand?
es glitzert und schimmert zwischen deinen Fingerchen hindurch.
“ Verlegen blickte das Sternchen auf seine geschlossene Faust
und antwortete schliesslich:”das ist ein Geheimnis,
ich muss es zu jemanden bringen!”
bei diesen Worten blickte es sehr ernst.
Der alte Mond merkte sehr schnell dass das Sterchen ein Problem hatte
bei der Ausführung seines Auftrages, und bat es,
seine Faust zu öffnen, um zu sehen ob er dem Sternchen helfen konnte.
Nur zögernd kam das Sternchen der Bitte des großen weisen Mondes nach
und öffnete schließlich ganz langsam und vorsichtig seine kleine Faust.

Der Mond staunte nicht schlecht,
als die kleinen Finger den Blick zu dem Geheimnis frei gaben.
…………………… ” Eine Träne?”
stellte der Mond fragend fest.
Das Sternchen nickte mit dem Kopf
und wollte seine Faust schon wieder schützend schließen.
“Bitte, lege sie in meine Hand, damit ich sie genau ansehen kann!”
bat der Mond.
Das Sternchen streckte seinen kleinen Arm aus
und ließ die Träne in die riesige Hand des Mondes gleiten.
Sofort erhellte das glitzernde, schimmernde, goldene Licht
die riesige Handfläche des alten Mondes.
Dieser rückte seine Brille zurecht
und begutachtete die Träne von allen Seiten.
Gespannt hing der Blick des kleinen Sternchens
am Mienenspiel des Mondes,
der einmal gütig lächelnd
und dann wieder stirnrunzelnd, nachdenklich
mit schüttelndem Kopf
das Geheimnis in seiner Hand analysierte.
Nach einer Weile wollte der Mond wissen
wer die Träne wohl vergossen hatte.

Das Sternchen berichtete,
das es eines Abends vor dem Königsschloss ins Fenster der Königin geschaut hatte.
Die Königin weinte bitterlich
und das Sternchen hatte eine ihrer Tränen aufgefangen.
Es sah in der Träne das Antlitz eines jungen Mannes und wollte sie nun zu ihm bringen,
damit er schnell zur Königin eilt und sie tröstet.
Sie sollte nicht so traurig sein.”
Das ist sehr lobenswert von dir” brummte der Mond,
“aber bitte schau dir diese goldene Träne einmal genau von allen Seiten an”
forderte der Mond es auf.
Das kleine Sternchen rückte noch ein wenig näher zum Mond
und setzte sich nun auch auf seine Handfläche
ganz nah zu der Träne um sie von allen Seiten genau zu betrachten.
Es erkannte darin die Umrisse eines glücklichen Paares,
das dem Betrachter das Gefühl von Liebe und Geborgenheit vermittelte.
Dem Sternchen wurde ganz warm ums Herz
und an einer anderen Stelle sah es wundervolle Stunden
die das Paar verbrachte, sie vermittelten Hoffnung,
Zuversicht und unendliche Dankbarkeit für diese gemeinsam verbrachte Zeit.
Es drehte die Träne wieder ein Stück weiter und fand eine neue Stelle
die den jungen Mann zeigte, mit seiner Familie,
und er war sehr zerrissen
in Zweifel zwischen Pflichtgefühl und übermächtigem Gefühl für die Königin.
An einer weiteren Stelle war die junge Königin zu sehen,
die ein riesiges Königreich an der Seite des aus Vernunft geheirateten Königs zu regieren hatte.
Diese Stelle vermittelte große Sehnsucht,
tiefe Liebe und einen wunderschönen Traum.
Die Augen des kleinen Sternchens glänzten vor Rührung.

” Nun habe ich genug gesehen ”
meinte es zum Mond und wollte schon die Träne wieder in seiner Faust verschwinden lassen.

“Moooooooooment!!!!!
” brummte der Mond und drehte die Träne noch einmal herum.
Zur Verwunderung des Sternchens erschien nun eine Stelle die sehr matt und farblos aussah
und gar nicht glitzerte und glänzte.
Es musste sehr sehr genau hinschauen um überhaupt etwas erkennen zu können.

…….Oh weh…der kleine Stern musste sich tüchtig die Augen reiben
es gefiel ihm ganz und gar nicht was er da nun sah…
Trauer, Enttäuschung und Ungeduld,
Argwohn und Misstrauen wurden sichtbar.
Das Sternchen übermannte ein sehr unbehagliches Gefühl,
weil es feststellen musste,
dass sich diese matte zerkratzte Stelle langsam aber stetig ausbreitete
und die schönen glänzenden Stellen bald verdecken würde.

Der Mond bemerkte das erschrockene Gesicht, und sagte :
” So kannst du diese goldene Träne diesem Mann nicht überreichen,
bis du angekommen bist, ist aller Glanz überdeckt vom Schatten der Ungeduld ,
des Misstrauens und der Enttäuschung ,
er würde darin nur noch Groll und Vorwürfe finden,
alle schönen Erinnerungen wären dahin!”
Er schob das kleine Sternchen behutsam von seiner Hand.
Er kippte die Handfläche etwas nach unten
und hielt den oberen Teil der goldenen Träne mit dem Daumen fest.
Der Teil der matt stumpf und verkratzt war,
begann über die Hand nach unten zu laufen und tropfte schließlich herunter.
Zurück blieb der schöne Teil der Träne,
der die schönen Erinnerungen und Momente barg,
die unendliche Liebe die niemals mehr auszulöschen war.
Aber auch Dankbarkeit über das Erlebte
und Hoffnung und Zuversicht auf ein Wiedersehen.
Fragend blickte das Sternchen den alten Mond an,
als dieser es gütig lächelnd wieder auf die Hand setzte.
” So, nun kannst du die Träne zu dem Mann bringen,
er soll nur Liebe und gute Gefühle empfangen
und nichts soll diese Erinnerungen überschatten.”
brummte der Mond.
Er soll diese Träne aufbewahren behüten
und schützen wie einen Schatz
und irgendwann wenn die Zeit dafür reif ist,
wird er die Träne zu seiner Königin zurückbringen,
nicht früher und nicht später.
Mit diesen Worten legte der Mond
die goldene glitzernde Träne wieder in das Fäustchen des Sternes
und die beiden verschwanden kurze Zeit später hinter der dunklen Wolke.

Schnell und sicher brachte der Mond seinen kleinen neuen Freund an den Rand der richtigen Galaxie,
den Zielort für den Auftrag den der kleine Stern zu erfüllen hatte……
“Viiiiiieeel Glück, mein kleiner Freund ” brummte der Mond freundlich
und das Sternchen verschwand rasch und leuchtend in der Tiefe der anderen Galaxie.
Schnell nahm der Mond seinen Platz wieder ein, schob die dunkle Wolke vor sich zur Seite und leuchtete zufrieden und hell in die dunkle Nacht hinein.

Ende