Perfekt, alles lief wie am Schnürchen……..(oder besser gesagt am Fädchen)
Ein Morgen wie man ihn sich nicht schöner vorstellen kann, herrlicher Sonnenschein,
blauer Himmel und angenehme Temperaturen.
Sollte dies einem wie mir doch egal sein , wird mancher denken, jedoch muss ich
dir zu deiner Überraschung sagen, auch ich mag diese Annehmlichkeiten.
Heute…… heute… schoss es durch meine Sinne, wird mein Tag sein und ich werde mich von meiner besten und schönsten Seite zeigen.
Mein Herz schlug zum zerbersten laut als sie auf mich zukam, ihre Schönheit und Zartheit erfüllte den ganzen Raum.
Ich wusste schon, dass ich sie heute begleiten durfte, den ganzen Tag von früh bis spät. Eingehüllt vom zarten Duft ihres Parfüms trennte mich der Kontakt zu der samtweichen Haut nur ein von zarten Spitzen bedecktes feines Etwas.
Mit Stolz erfüllte ich meine Aufgabe, verhüllte mit zuverlässiger Haltbarkeit was für fremde Blicke verborgen sein sollte und meine Farbe strahlte in vollkommener Perfektion.
Als einer von ihnen fühlte ich mich nicht, da ich davon überzeugt war, dass meine Form und Farbe sich von denen der anderen abhob …kräftiger und schöner erschien und ich die Position belegen durfte, die mir allein zustand.
Wir verließen das Haus, bestiegen die nächste Straßenbahn und fuhren ein Stück weit ins Zentrum der Stadt. Dicht gedrängt standen die Menschen in der überfüllten Straßenbahn beieinander und voller Stolz präsentierte ich meine Anwesenheit . An der Haltestelle bückt sie sich um ihre Aktentasche aufzunehmen, die sie vor sich abgestellt hatte. Das Unheil nahm seinen Lauf…..
Ich fühlte plötzlich jemanden an mir zerren und reißen und bemerkte, dass ich mich plötzlich in den Klauen der Rückenlehne des Sitzes befand, der unmittelbar vor uns angebracht war. Als sie sich mit der Aktentasche, die sie aufgenommen hatte, wieder aufrichtete passierte es, ich rief noch mit unhörbarer Stimme…Halt!!!! aber zu spät.
Mit einem kräftigen Ruck wurde ich von meinem Platz gerissen, von der Aufwärtsbewegung ihrerseits war es der Rückenlehne nun auch nicht mehr möglich, mich in ihren Klauen eingeklemmt festzuhalten und mit Schwung flog ich ein großes Stück durch die Luft, schlug einen doppelten Salto und kam zu Füßen eines vornehmen Herrn zum liegen.
Meine Blicke suchten nach ihr…oh weeeeh, ich sah wie sie eilig eine Sicherheitsnadel aus ihrer Tasche kramte und diese schimpfend und aufgeregt an dem leeren Platz der ihre Bluse nun weit auseinander klaffen ließ, anbrachte.
Am liebsten , wollte ich im Erdboden versinken, doch nicht einmal das blieb mir vergönnt, da ich mich ja auf dem Boden einer Straßenbahn befand. Sie…meine überaus geliebte und verehrte Besitzerin tauschte mich einfach gegen eine primitive, gewöhnliche, aus der unteren Schicht stammende Sicherheitsnadel aus. Und das auch noch so gekonnt, dass man es fast nicht bemerkte, das ICH an diesem Platz fehlte!
Und jetzt stieg sie auch noch eilig an der Haltestation aus , ohne mich, und ohne sich noch einmal nach mir umzudrehen, ich wollte sterben.
Plötzlich packte mich eine gepflegte Männerhand, betrachtete mich von allen Seiten und bewegte sich ebenfalls Richtung Ausgangstür. Was fällt ihm ein, brüskierte ich mich …Hilfe ich will zu Ihr..
Zwei Jahre später
Perfekt, alles lief wie am Schnürchen……..(oder besser gesagt am Fädchen)
Ein Morgen wie man ihn sich nicht schöner vorstellen konnte, herrlicher Sonnenschein,
blauer Himmel und angenehme Temperaturen.
Sollte dies einem wie mir doch egal sein , wird mancher denken, jedoch muss ich
dir zu deiner Überraschung sagen, auch ich mag diese Annehmlichkeiten.
Heute…… heute… schoss es durch meine Sinne, wird mein Tag sein und ich werde mich von meiner besten und schönsten Seite zeigen.
Als sie mich aus dem Kästchen holte, schlug mein perlmuttfarbenes Herz wie verrückt und sie, sie ist schöner und märchenhafter wie niemals zu vor.
Mittlerweile belegte ich eine Position wie es eine bessere nicht sein konnte, ich durfte ihre Haut berühren und voller Stolz meine Schönheit präsentieren.
Die Türe öffnete sich und ein gepflegter Mann betrat den Raum . Kann ich dir helfen Liebling? hörte ich ihn sagen.
Willst du das Kettchen heute wirklich anlegen? fragte er ungläubig. „Aber ja„“„„..ertönte ihre liebliche Stimme. “ohne ihn hätten wir uns doch niemals gefunden” sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, legte das Kettchen um ihren schlanken Hals an dem ich als Anhänger nun verweilen durfte um sie ganz oft begleiten zu können.
Obwohl ich doch von einer gewissen Eifersucht erfüllt war duldete ich, dass er den Verschluss des Kettchens zumachte, sie bei der Hand nahm und auf dem Weg zum Traualtar immerzu
verliebt anlächelte……

